Das Laptop-Netzteil ist klobig, oder du willst mit einem Ladegerät Laptop, Tablet und Handy laden? GaN-Ladegeräte mit USB-C sind kompakt und versorgen mehrere Geräte. Hier erfährst du, worauf es bei einem USB-C-Ladegerät für den Laptop ankommt, und findest sechs Modelle von 65 bis 165 W. Wir haben die Ladegeräte nicht selbst getestet. Die Auswahl basiert auf Herstellerangaben, Händler-Datenblättern und Messungen von ChargerLAB und MBReviews.
Kurz & knapp:
- Ultrabooks kommen meist mit 45 bis 65 W aus. Ein 14-Zoll-MacBook-Pro lädt erst ab 96 W schnell, das 16-Zoll-Modell ab 140 W.
- Bei mehreren Ports teilt sich die Gesamtleistung auf. Der Laptop bekommt dann oft deutlich weniger als die Zahl auf der Verpackung.
- Mehr als 100 W über USB-C gibt es nur mit USB PD 3.1 (EPR). Ladegerät, Kabel und Laptop müssen das alle unterstützen.
- Für mehr als 60 W brauchst du ein 5-A-Kabel mit E-Marker-Chip. Viele Ladegeräte haben kein Kabel dabei.
- Unser Allrounder ist das Anker Prime 100W. Für 140 W gibt es das UGREEN Nexode 140W oder das Anker Prime 160W.
Worauf es bei einem USB-C-Ladegerät für den Laptop ankommt
Die richtige Wattzahl
Die Wattzahl auf dem Original-Netzteil ist dein Mindestwert. Ein schwächeres Ladegerät lädt laut Anker langsam oder unter Last gar nicht, eventuell drosselt der Laptop die Leistung. Ein stärkeres Ladegerät schadet nicht.
Mehrere Ports: so wird die Leistung aufgeteilt
Die große Zahl auf der Packung ist die Gesamtleistung. Hängt ein zweites Gerät dran, wird neu aufgeteilt. Beim UGREEN Nexode 140W bekommen zwei Laptops zum Beispiel je 65 W. Prüfe deshalb die Aufteilungstabelle des Herstellers.
USB PD 3.1 und EPR: 140 W und mehr
Bis Version 3.0 war USB Power Delivery auf 100 W begrenzt (20 V mal 5 A). PD 3.1 bringt laut USB-IF 28 V, 36 V und 48 V und damit 140, 180 und 240 W. Diese Stufe heißt Extended Power Range (EPR). Sie lohnt sich vor allem für das 16-Zoll-MacBook-Pro und große Laptops wie den Framework Laptop 16.
Das Kabel: E-Marker und 5 A
Ein USB-C-Kabel ohne Chip ist für 3 A ausgelegt. Das reicht für 60 W. Für 100 W braucht das Kabel 5 A und einen E-Marker-Chip, der das dem Ladegerät meldet. Für 140 W und mehr brauchst du ein EPR-Kabel. Notebookcheck beschreibt das am Framework Laptop 16: Ohne EPR-Kabel bleibt es bei 100 W.
Unterwegs: Weitspannung und Stecker
Alle Modelle mit belegter Eingangsangabe in diesem Vergleich arbeiten mit 100 bis 240 V. Im Ausland brauchst du dann nur einen Steckeradapter, keinen Spannungswandler. Weitere Tipps für unterwegs findest du in unserem Ratgeber zum schnelleren Laden des Laptops.
Unsere Empfehlungen
1. Anker Prime 100W – der beste Allrounder
Für wen: Für alle mit Ultrabook, MacBook Air oder 14-Zoll-Laptop, die nebenbei Handy und Kopfhörer laden.
Das Anker Prime Charger 100W (Modell A2688) hat zwei USB-C-Ports und einen USB-A-Port. Laut Anker liefert ein USB-C-Port allein bis 100 W. Auch mit zwei Geräten bleibt die Gesamtleistung bei 100 W, mit drei Geräten sind es 89 W. Der USB-A-Port schafft bis 22,5 W. Es misst 43,5 x 29 x 67,8 mm und wiegt 170 g.
Anker empfiehlt für den Laptop den oberen USB-C-Port und für volle 100 W ein Kabel mit E-Marker. Ein Kabel liegt nicht bei.
- Plus: 100 W auch mit zwei Geräten insgesamt
- Plus: kompakt und mit 170 g leicht
- Minus: kein Kabel im Lieferumfang
- Minus: kein PD 3.1, also nicht genug für das 16-Zoll-MacBook-Pro
Budget: um 80 €.
2. UGREEN Nexode 65W – das günstige Ladegerät für Ultrabooks
Für wen: Für Studierende und alle mit einem sparsamen Laptop, die ein kleines Zweit-Netzteil suchen.
Das UGREEN Nexode 65W (CD244) hat zwei USB-C-Ports und einen USB-A-Port. Laut Händler-Datenblatt liefert USB-C bis 65 W und USB-A bis 22,5 W. Es unterstützt PD 3.0 und PPS, misst 66 x 40 x 31 mm und wiegt etwa 135 g.
Wie sich die 65 W auf mehrere Geräte aufteilen, nennt das Datenblatt nicht. Für zwei Laptops gleichzeitig ist das Modell zu schwach.
- Plus: klein und leicht
- Plus: reicht für viele Ultrabooks und das MacBook Air
- Minus: Leistungsaufteilung nicht dokumentiert
- Minus: kein Schnellladen am MacBook Air (Apple nennt dafür mindestens 70 W)
Budget: unter 40 €.
3. UGREEN Nexode 140W – der günstige Einstieg in 140 W
Für wen: Für Besitzer eines 16-Zoll-MacBook-Pro oder eines anderen Laptops mit PD 3.1, die sparen wollen.
Das UGREEN Nexode 140W (CD289) bietet zwei USB-C-Ports und einen USB-A-Port. Laut dem Test von MBReviews liefert der erste USB-C-Port per PD 3.1 bis 140 W (28 V, 5 A). Der zweite schafft allein bis 100 W, USB-A bis 22,5 W. Mit zwei Laptops bekommt jeder 65 W. Mit allen drei Ports sind es 65 W und 45 W an den USB-C-Ports. Ein geflochtenes USB-C-Kabel liegt bei. Das Gehäuse misst 7,6 x 7,6 x 3,5 cm.
MBReviews vergibt 7,9 von 10 Punkten. Kritik gab es für eine kurze Ladeunterbrechung, wenn du am anderen Port ein Gerät einsteckst. Die vollen 140 W konnte der Tester nicht nachmessen, sein MacBook Pro 13 Zoll zog nur rund 56 W.
- Plus: 140 W per PD 3.1 an einem Port
- Plus: Kabel im Lieferumfang
- Minus: mit zwei Laptops nur je 65 W
- Minus: kurze Unterbrechung beim Umstecken
- Minus: Stecker in der EU-Version nicht klappbar
Budget: um 70 €.
4. Anker Prime 160W – das Premium-Ladegerät mit Display
Für wen: Für alle, die zwei starke Laptops an einem Ladegerät betreiben wollen.
Das Anker Prime Charger 160W (A2687) hat drei USB-C-Ports. Laut Anker liefert ein einzelner Port per PD 3.1 bis 140 W. Mit zwei oder drei Geräten sind insgesamt 160 W möglich. Es wiegt 220 g. Ein 1,3-Zoll-Farbdisplay zeigt Leistung je Port und Temperatur, per Bluetooth steuerst du es über die Anker-App.
ChargerLAB hat gemessen: Ein MacBook Pro zog rund 134 W. Zwei Laptops bekamen gleichzeitig etwa 78 W und 76 W. Mit zwei Laptops und einem Handy waren es etwa 60 W, 50 W und 35 W.
- Plus: alle drei Ports mit PD 3.1
- Plus: zwei Laptops mit je rund 75 W gemessen
- Plus: Display zeigt Leistung und Kabelinfos
- Minus: hohe Preisklasse
- Minus: kein USB-A-Port
Budget: über 120 €.
5. Apple 70W USB-C Power Adapter – das schlanke Original für das MacBook Air
Für wen: Für MacBook-Air-Nutzer, die Schnellladen wollen und nur ein Gerät laden.
Das 70-W-Netzteil von Apple (Modell A2743) hat einen einzigen USB-C-Port. Apple empfiehlt es für MacBook Air und MacBook Pro 14 Zoll. Laut Apple lädt ein MacBook Air M2 damit in etwa 30 Minuten von 0 auf 50 Prozent. Auch das aktuelle MacBook Air mit M5 ist laut Apple ab 70 W schnellladefähig. Im Karton liegt dort nur ein 40-W-Netzteil.
- Plus: Schnellladen am MacBook Air
- Minus: nur ein Port
- Minus: kein Ladekabel dabei
- Minus: zu schwach für Schnellladen am MacBook Pro 14 Zoll (ab 96 W)
Budget: um 60 €.
6. Satechi 165W 4-Port – die Ladestation für den Schreibtisch
Für wen: Für alle, die am Schreibtisch vier Geräte an einer Stelle laden wollen.
Das Satechi 165W USB-C 4-Port PD GaN Charger hat vier USB-C-Ports. Ein Gerät bekommt bis 100 W. Mit zwei Geräten sind es 100 W und 60 W. Mit drei Geräten teilt Satechi 60/60/45 W oder 100/30/30 W auf, mit vier Geräten 60/45/30/30 W. Es wiegt 340 g und hat ein abnehmbares Netzkabel sowie einen Tischständer.
Laut Satechi-Handbuch liefern die Ports nur mit eMarker-Kabel mehr als 60 W. USB-C-Ladekabel musst du separat kaufen.
- Plus: vier USB-C-Ports mit dokumentierter Aufteilung
- Plus: 100 W für den Laptop, auch mit einem zweiten Gerät
- Minus: kein PD 3.1, maximal 100 W pro Port
- Minus: mit 340 g eher etwas für den festen Platz
Budget: um 100 €.
Vergleichstabelle
| Modell | Ports | Max. an einem Port | Gesamtleistung | PD 3.1 (EPR) | Gewicht | Angebot |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Anker Prime 100W | 2x USB-C, 1x USB-A | 100 W | 100 W (3 Ports: 89 W) | nein | 170 g | Amazon * |
| UGREEN Nexode 65W | 2x USB-C, 1x USB-A | 65 W | 65 W | nein | ca. 135 g | Amazon * |
| UGREEN Nexode 140W | 2x USB-C, 1x USB-A | 140 W | 140 W | ja (Port C1) | keine einheitliche Angabe | Amazon * |
| Anker Prime 160W | 3x USB-C | 140 W | 160 W | ja | 220 g | Amazon * |
| Apple 70W USB-C Power Adapter | 1x USB-C | 70 W | 70 W | nein | keine Angabe | Amazon * |
| Satechi 165W 4-Port | 4x USB-C | 100 W | 165 W | nein | 340 g | Amazon * |
Wie viel Watt braucht mein Laptop?
Anker ordnet grob so ein: 45 W für Ultrabooks, 65 W für viele Mittelklasse-Laptops, 90 W für kleinere Workstations und 120 bis 200 W für Gaming-Laptops. Letztere nutzen laut Anker oft einen eigenen Hohlstecker. Dort ersetzt ein USB-C-Ladegerät das Original nicht.
Bei Apple sind die Werte genau dokumentiert:
- MacBook Air 13 und 15 Zoll (M5): 40-W-Netzteil im Karton, Schnellladen ab 70 W.
- MacBook Pro 14 Zoll (M5, M5 Pro): 70 W oder 96 W im Karton, Schnellladen ab 96 W.
- MacBook Pro 16 Zoll (M5 Pro, M5 Max): 140 W im Karton, Schnellladen ab 140 W.
Lädt dein Laptop trotz passender Wattzahl nicht, liegt es oft am Kabel oder am Port. Hilfe dazu findest du in unseren Ratgebern Laptop-Akku lädt nicht und Laptop-Netzteil defekt.
So haben wir ausgewählt
Wir haben die Ladegeräte nicht selbst getestet. Grundlage sind Datenblätter von Anker, Apple und Satechi, Händler-Datenblätter für UGREEN sowie Messungen von ChargerLAB (Anker Prime 160W) und MBReviews (UGREEN Nexode 140W). Aufgenommen haben wir nur Modelle, die 2026 im Handel sind und deren Leistungsdaten belegt sind. Wir haben verschiedene Leistungsklassen von 65 bis 165 W abgedeckt. Fehlende Werte haben wir als solche markiert.
Häufige Fragen
Kann ich jedes USB-C-Ladegerät für meinen Laptop nutzen?
Nur wenn dein Laptop über USB-C lädt und das Ladegerät USB Power Delivery unterstützt. Die Wattzahl sollte mindestens der des Original-Netzteils entsprechen.
Schadet ein 140-W-Ladegerät einem Laptop, der nur 65 W braucht?
Nein. Laptop und Ladegerät handeln die Leistung per Power Delivery aus. Der Laptop nimmt nur, was er braucht. Laut Anker lädt er mit einem stärkeren Ladegerät aber auch nicht schneller als mit einem passenden.
Warum lädt mein Laptop nur mit 60 W, obwohl das Ladegerät 100 W kann?
Meist liegt es am Kabel. Kabel ohne E-Marker sind auf 3 A begrenzt, also 60 W bei 20 V. Für 100 W brauchst du ein 5-A-Kabel mit E-Marker, für 140 W ein EPR-Kabel. Oder ein zweites Gerät am Ladegerät nimmt Leistung weg.
Was ist GaN und warum sind die Ladegeräte so klein?
GaN steht für Galliumnitrid. Diese Halbleiter ersetzen Silizium. Hersteller wie Satechi werben damit für mehr Effizienz und eine kompaktere Bauweise.
Brauche ich für den USB-C-Hub ein extra Ladegerät?
Wenn der Hub deinen einzigen USB-C-Port belegt, ja. Viele Hubs leiten den Strom eines USB-C-Ladegeräts per Power Delivery an den Laptop weiter. Ein Teil der Leistung bleibt dabei im Hub. Wie viel durchkommt, steht in unserem Vergleich der USB-C-Adapter für Laptops.
Fazit
Als USB-C-Ladegerät für den Laptop ist das Anker Prime 100W für die meisten Geräte die beste Wahl. Für ein Ultrabook mit kleinem Budget reicht das UGREEN Nexode 65W. Ein 16-Zoll-MacBook-Pro braucht PD 3.1: günstig mit dem UGREEN Nexode 140W, für zwei starke Laptops mit dem Anker Prime 160W. Das Apple 70W passt zum MacBook Air, das Satechi 165W auf den Schreibtisch. Denk immer an ein Kabel mit E-Marker.



